Von der Familienstreitigkeit zur Straftat - das Gewaltschutzgesetz hat Signalwirkung

Wie wird das Gewaltschutzgesetz angewandt und wo gibt es Verbesserungsbedarf? Darum ging es auf dem Fachtag „Gewaltschutz verbessern“, zu dem die Frauenberatung in Kooperation mit dem Arbeitskreis Häusliche Gewalt Arnsberg am 17.9.2018 ins Bürgerzentrum Bahnhof eingeladen hatte.

Sandra Kotlenga, Dipl.- Sozialwissenschaftlerin und Mitautorin der europäischen Studie SNaP, stellte dar, wie polizeiliche und gerichtliche Schutzanordnungen eingesetzt werden, welche regionalen Unterschiede dabei feststellbar sind und wie sich Überzeugungen der Akteure in der Rechtspraxis auf den Opferschutz auswirken.

Familiegerichte können auf Antrag der Betroffenen eine Gewaltschutzanordnung erlassen, die ein Kontakt- und Näherungsverbot für sechs Monate beinhaltet oder auch die Zuweisung der Wohnung. Bei vielen Gerichten findet das jedoch kaum Anwendung, stattdessen wird auf eine gemeinsame Anhörung und eine anschließende Vereinbarung hingewirkt, was für gewaltbetroffene Frauen oftmals sehr belastend und manchmal auch gefährlich sein kann. Die Rechtspraxis beeinflusst auch, ob Frauen überhaupt einen Antrag stellen oder nicht.

Die Wissenschaftlerin berichtete zudem, dass bei Frauen, die gemeinsame Kinder mit dem Täter haben, der Gewaltschutz für die Frau oft mit dem Recht des Vaters auf Umgang mit dem Kind kollidieren kann. Jedoch beinhaltet die von Deutschland ratifizierte Istanbulkonvention und die gesetzlich verbindliche europäische Opferschutzrichtlinie die staatliche Verpflichtung bestehende Probleme des Gewalt- und Opferschutzes zu beheben. Demnach ist z.B. das Zusammentreffen von Opfern und Tätern vor Gericht zu vermeiden und müssen Umgang- und Sorgerechtsregelungen die Schutzbedarfe von gewaltbetroffenen Müttern berücksichtigen.

Bei der anschließenden Podiumsdiskussion wurde die Situation in Arnsberg unter die Lupe genommen. Lutz Klosterhoff von der Kreispolizeibehörde berichtete, wie sich mit dem Gewaltschutzgesetz auch der Blick der Polizei auf die häusliche Gewalt verändert hat und wie die Polizei konkret bei Einsätzen vorgeht. 2017 wurden im HSK bei 301 Einsätzen zur häuslichen Gewalt 151 Wegweisungen erteilt.

Charlotte Merz, Direktorin des Amtsgericht Arnsberg, hatte recherchiert, dass es dort 2017 weniger als 50 Verfahren nach dem Gewaltschutzgesetz gab, 10% beantragten Wohnungszuweisungen, 90% Näherungsverbote. Als Familienrichterin beschrieb sie die Arbeitsweise des Gerichts und betonte, wie wichtig es ist, dass Gewaltopfer anwaltlich vertreten sind.

Wie die psychische Situation der Frauen ist, die ein Frauenhaus aufsuchen, wie belastend schnelle Umgangskontakte sind und für welche Personen es Schutzlücken gibt, beschrieb Daniela Pinto vom Arnsberger Frauenhaus.

Und Elke Schulte-Cavalleri stellte das Vorgehen des Jugendamtes dar, das in erster Linie das Kindeswohl im Blick haben muss und Mutter und Vater auf Wunsch getrennt anhört. Passiv miterlebte Gewalt wird grundsätzlich als kindeswohlgefährdend eingeschätzt.

Die mehr als 50 Kolleginnen und Kollegen beteiligten sich mit Fragen und Beiträgen lebhaft an der Diskussion. Deutlich wurde, dass die bestehenden Netzwerke gut funktionieren, es aber noch Schutzlücken für verschiedene Personenkreise gibt. Und dass die Täter deutlich mehr in den Blick genommen werden müssen.

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Das Frauenhaus fährt auf Ferienfreizeit - Borkum

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Endlich Sommerferien – Wir sind elf Frauen und acht Kinder aus sechs verschieden Herkunftsländern und wagten dieses Jahr zum ersten Mal das Experiment – fünf Tage Ferienfreizeit auf der schönen Nordseeinsel Borkum.

Einige Kinder und Frauen waren noch nie im Urlaub oder haben das Meer und den Strand gesehen. Wir als Mitarbeiterinnen haben uns gefreut, ihnen diesen Urlaub zu ermöglichen. Auf der Insel konnten die Frauen und Kinder vielfältige neue Erfahrungen sammeln und es gab ihnen die Gelegenheit neue Kraft für den Alltag zu tanken und die Sorgen zumindest für ein paar Tage zu vergessen.

Untergebracht waren wir in dem Jugend- und Gästehaus TUS Borkum. Ein Gebäudekomplex war das unsere, mit einem eigenem Speise- bzw. Aufenthaltsraum und vielen einzelnen Schlafräumen. Dreimal täglich wurden wir mit frischem, leckeren Essen verköstigt. Die Frauen genossen es sich einfach mal verwöhnen zu lassen und an nichts denken zu müssen.

Wir hatten jeden Tag strahlenden Sonnenschein und traumhafte Sommertemperaturen. Täglich boten wir den Frauen und Kindern Freizeitaktivitäten an. Wir haben eine geführte Wattwanderung gebucht, die Stadt besichtigt und haben den Leuchtturm bestiegen, um die Insel aus der Vogelperspektive zu erkunden. Am Strand konnten wir gar nicht genug von der Sonne bekommen und immer wieder ging es zur Abkühlung in die Wellen der Nordsee. Muscheln wurden fleißig von den Kindern gesammelt, Krebse und Quallen konnten beobachtet werden. Wir haben die Abende an der Strandpromenade mit Live Musik und Sonnenuntergängen ausklingen lassen. Ebenso wurde abends im Aufenthaltsraum oft noch lange gequatscht, gelacht und Spiele gespielt. Bis auch die letzte Frau in ihrem Bett verschwunden ist. Im Ganzen war es für die Kinder, Frauen und ebenso für die Mitarbeiterinnen eine schöne und abwechslungsreiche entspannte Zeit, weit weg vom normalen Alltag.

Wir danken allen Unterstützerinnen und Unterstützern, die uns mit Hilfe von Spenden diese Ferienfreizeit ermöglicht haben.

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Frauenberatung besucht interkulturellen Frauentreff im Engagementzentrum

Die Mitarbeiterinnen Lea Kopecki und Lena Baader besuchten am 10. Juli den interkulturellen Frauentreff der Seniortrainerin Monika Holtappels, um die Beratungs- und Unterstützungsarbeit der Frauenberatung Arnsberg vorzustellen.

Die Mitarbeiterinnen informierten über:

  • Was ist eine Frauenberatung?
  • Mit welchen Problemen kann ich mich an die Frauenberatung wenden?
  • Welche Beratungs- und Unterstützungsmöglichkeiten bietet die Frauenberatung an?
  • Was kann ich machen, wenn ich ein ungutes Gefühl habe oder ich traurig bin? 

In gemütlicher Atmosphäre fanden angeregte Kennenlerngespräche und ein toller Austausch statt. Die Frauen nutzen die Möglichkeit direkt vor Ort Fragen zu stellen und/oder im Anschluss des Treffs Termine für weiterführende Beratungsgespräche  zu vereinbaren.

Mit Hilfe kunsttherapeutischer Methoden wurden die Frauen kreativ und gestalteten persönliche Werke. Die Konzentration auf die Gestaltung verhalf den Frauen sich zu entspannen und negative Gedanken für einen Moment zu vergessen. Diese Erfahrungen regten die Frauen an, kleine positive Aktivitäten immer mal wieder in ihren Alltag zu integrieren, um sich selbst etwas Gutes zu tun.

Nach den Sommerferien wird jeden Montag von 16.00 bis 17.30 Uhr (ausgenommen der 1. Montag des Monats) ein offenes Beratungsangebot in den Räumlichkeiten des Engagementzentrums stattfinden, zu dem wir alle Frauen herzlich einladen.

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"Mein Körper gehört mir"

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Prävention und Intervention für LehramtsanwärterInnen

Prävention von Sexuellem Missbrauch ist nicht nur eine wichtige Aufgabe, sie macht Spaß und ist in den Schulalltag zu integrieren. Am Gesundheitstag des Zentrums für schulpraktische Lehrerausbildung Gym/Ge am 9.7.2018 hatten 15 ReferendarInnen die Möglichkeit, das selbst auszuprobieren.

Wer Missbrauch vorbeugen will, sollte zuerst einfache, nicht sexualisierte Grenzverletzungen erkennen und pädagogisch handeln, vertrat Uschi Plenge von der Frauenberatung Arnsberg. Denn Kinder, deren Gefühle Ernst genommen und deren Grenzen respektiert würden, seien durch Täter nicht so leicht manipulierbar. Sie hatte Spiele, Comics und Broschüren mitgebracht, die im Unterricht oder an Projekttagen einsetzbar sind.

Im spielerischen Umgang mit diesen Materialien entwickelten die zukünftigen LehrerInnen und Lehrer wichtige Fragen. „Wie erkenne ich, ob ein Kind sexuelle Gewalt erlebt?“ „Darf ich eine Schülerin einfach zum Arzt begleiten?“ „Wo gibt es welche Hilfe?“ Und dass die Schule ein Ort ist, in dem auch sexuelle Übergriffe stattfinden, war Thema des Workshops. Nicht nur zwischen Jugendlichen, auch von Seiten des Lehrpersonals, wie die Skandale am Canisius-Kolleg und der Odenwaldschule deutlich gemacht haben.

Deshalb ist die Beschäftigung mit dem Thema ein Qualitätsmerkmal für Schulen. Signalisiert wird: „Wir kennen uns aus. Kinder bekommen Hilfe. Täter haben hier kein leichtes Spiel.“ Der Workshop trug dazu bei, Ängste vor der Beschäftigung mit dem schwierigen Thema abzubauen und rüstete die ReferendarInnen mit Materialien für die Schulpraxis aus.

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Wo hört der Spaß auf?

Workshops im KiJu Neheim und an der Fröbelschule Arnsberg

 

Ab welchem Alter darf ich eigentlich selbst bestimmen, ob ich Sex haben will? Was mache ich, wenn mein Freund beim Küssen und Knutschen mehr will als ich? Wie funktioniert Verhütung und was sind K.O.-Tropfen? Und an wen wende ich mich, wenn etwas schief geht?

 

Spannende Fragen für Mädchen zwischen 13 und 16 Jahren von der Agnes-Wenke-, der Grimme- und der Fröbelschule, die am 02. und 05. Juni 2018 an den Workshops von Lea Kopecki und Uschi Plenge teilnahmen.

Zwischen Schützen- und Jägerfest beschäftigten sich die Mädchen mit ihrem "Bauchgefühl" und verteidigten mit Mimik, Gestik und vollem Körpereinsatz ihre persönlichen Grenzen. 

Auch das K.O.-Tropfen-Set mit Spikeys vom KiJu und der Verhütungskoffer der Frauenberatung stießen auf großes Interesse.

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Schlechte Stimmung, trübe Gedanken – Was kann ich selbst dagegen tun?

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Manchmal reicht ein Fehler bei der Arbeit, ein Missverständnis mit Freunden oder dem Partner oder die Erinnerung an ein schlechtes Erlebnis aus, um trübe Gedanken zu erzeugen, die uns nicht mehr loslassen. Schlechte Stimmung, Antriebslosigkeit und Rückzug sind Folgen dieser Gedankenspirale. Zehn Frauen der Behindertenwerkstatt in Arnsberg probierten Möglichkeiten aus, was sie selbst gegen aufkommende schlechte Stimmung und trübe Gedanken machen können. Sie machten sich Gefühle über Traurigkeit bis hin zu Freude bewusst und fanden heraus, in welchen Situationen diese meistens auftreten. So kommen bei einem Streit mit Arbeitskollegen negative Gefühle und bei einer Verabredung zum Eis essen mit Freundinnen positive Gefühle und Glücksgefühle auf. Mit dem Wissen über ihre Gefühle probierten die Teilnehmerinnen mit viel Freude unterschiedliche Entspannungsübungen aus, um ihr Leben lockerer zu nehmen. Praktisches Rüstzeug wurde von allen Frauen erworben, dass beim Aufkommen von trüben Gedanken in Zukunft genutzt werden kann.

Erste Hilfe bei Angst und Panik

Fortbildung für Fachleute in psychosozialen Einrichtungen am 13. Juni 2018 auch in Arnsberg

Auf Einladung der Frauenberatungsstelle Olpe führte Uschi Plenge, Dipl. Pädagogin unserer Frauenberatung, am 15. März 2018 dort eine Fortbildung durch.

Deutlich wurde, dass es sich lohnt, das eigene Handwerkszeug zum Thema Angst und Panik zu erweitern. Denn nicht nur in Beratungsstellen, auch in der Familienhilfe, Jugendhilfe, in Einrichtungen für Behinderte, im Integrationsfachdienst und an Schulen ist Angst ein häufig angesprochenes Problem.

Fachwissen dazu wird im Studium der Sozialen Arbeit, in der Lehrer- oder Erzieherinnenausbildung kaum vermittelt.

Am Mittwoch, dem 13. Juni 2018, haben Sie Gelegenheit, bei unserer Fortbildung mehr über Panikattacken, Agoraphobien oder andere Formen von Angststörungen zu erfahren. Darüber hinaus lernen Sie Strategien und einfache Übungen kennen, die alltagstauglich und leicht vermittelbar sind.

Anmeldungsmodalitäten und weitere Informationen erfahren Sie in unserem Veranstaltungsprogramm.

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Zu Gast im ABZ der Caritas und bei der AWO Tagesstätte „Lichtblick“

Anfang Juni trafen sich fast 30 Frauen mit der Mitarbeiterin der Frauenberatungsstelle Karola Enners in zwei Informationsveranstaltungen in den Räumen des Arbeits- und Bildungszentrum der Caritas sowie der AWO Tagesstätte. Die Frauen interessierten sich für die Angebote der Frauenberatungsstelle wie Vorträge,  Gruppenangebote und Einzelberatungen. Außerdem wurden Themen wie Frauenrechte, gleichberechtigte Partnerschaften, Bauchgefühle und Grenzüberschreitungen besprochen. Durch die vielen Fotos und Bilder angeregt, nutzten die Teilnehmerinnen die Zeit für Fragen und wurden ermutigt, bei Schwierigkeiten nicht allein zu bleiben um sich vielmehr im Gespräch Hilfe zu holen.

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Grundlagen für die Übersetzung von Beratungsgesprächen

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Erfolgreich Sprache und Kultur vermitteln

Nachdem die Frauenberatung Arnsberg in Kooperation mit der Bezirksregierung Arnsberg im Dezember letzten Jahres bereits eine erfolgreiche Fortbildungsveranstaltung zu diesem wichtigen Thema durchgeführt hat, wurde diese am 29. Mai 2018 wiederholt.

Was gehört in den Handwerkskoffer für Sprach- und IntegrationsmittlerInnen?

„Weit mehr als sehr gute Sprachkenntnisse“, war ein Fazit der Fortbildung.

Sabine Rauch, Sozialpädagogin vom Psychosozialen Zentrum Düsseldorf, gelang es auf einfühlsame und lebendige Weise, die aus ganz NRW angereisten TeilnehmerInnen mit unterschiedlichem Kenntnisstand und Erfahrungsschatz abzuholen. Beeindruckend war auf der Seite der Teilnehmenden die Vielfalt der Herkunftsländer, Sprachen und der Einsatzbereiche.

Um ein gutes „Sprachrohr“ für eine Person zu sein, muss die Kommunikation auf verschiedenen Ebenen verstanden und bewusst gemacht werden.

Für das Dolmetschen im Beratungskontext ist der Aufbau eines guten professionellen Kontaktes neben der Schweigepflicht, Neutralität und Sachlichkeit eine wichtige Voraussetzung. Damit der Auftrag klar ist, sind Vor- und Nachgespräche mit den Auftraggebern unerlässlich.

Auch für SprachmittlerInnen sind Gesprächsinhalte in der Beratung über Krieg, Verfolgung, sexuelle Gewalt und Flucht belastend. Anhand konkreter Beispiele vermittelte Frau Rauch daher Möglichkeiten für die eigene Psychohygiene zu sorgen und einer professionellen Erschöpfung vorzubeugen.

Gegen sexuellen Missbrauch an Jungen und Mädchen - Präventionskampagne startet mit Fortbildung

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in Kooperation mit dem

 . Zonta-Club Arnsberg und dem

 . Zentrum für schulpraktische Lehrerausbildung 

Sprachlosigkeit überwinden - Lebensfreude bewahren

Die Prävention von Sexuellem Missbrauch ist wie ein Puzzle. Und was Schulen dazu beitragen können, das beschrieb Gisela Braun, Buchautorin und Fachreferentin von der Arbeitsgemeinschaft Jugendschutz NRW, am 25.4.2018 auf eindringliche und sensible Weise.

Wer ihre Theaterszene von Sven und seinem Fußballtrainer gesehen hat, versteht, wie Täter ticken und nicht nur Kinder, sondern auch Eltern manipulieren. Das geht unter die Haut und zeigt gleichzeitig, wie die Sprachlosigkeit in der pädagogischen Arbeit überwunden werden kann.

Denn Mädchen und Jungen brauchen nicht nur selbst Worte für das, was passiert, sondern auch Erwachsene, die nicht gleich „eine Welle machen“ oder vor Schreck in Schockstarre fallen.

Wichtig ist es, so Gisela Braun, Grenzverletzungen im Schulalltag, die noch lange kein Missbrauch sind, wahrzunehmen und pädagogisch konsequent darauf zu reagieren. Dabei ist auch das eigene pädagogische Handeln zu überprüfen. Pubertierende müssen nicht zwecks Notengebung auf dem Schwebebalken fotografiert werden und Kinder beim Schwimmunterricht nicht durch die Beine der Lehrerin tauchen. Denn Mädchen und Jungen, deren ungutes Gefühl hier ernst genommen wird, trauen sich eher, bei richtig schlimmen Dingen Hilfe zu holen.

Von atemloser Stille bis zu erleichtertem Lachen reichten die Reaktionen der mehr als 70 LehrerInnen, ReferendarInnen und SchulsozialarbeiterInnen. Sie nahmen wertvolles Fachwissen mit in ihren Berufsalltag und die Erkenntnis, dass, wenn es brennt, Fachberatungsstellen wie unsere an ihrer Seite stehen. Am Ende der Fortbildung war klar, Prävention lohnt sich und ist eine spannende Aufgabe.

Prävention für Schulen im westlichen HSK

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Auf Einladung vom Regionalen Netzwerk Bildung und Gesundheit (BuG) im Regierungsbezirk Arnsberg stellte die Frauenberatungsstelle am 18.04.2018 ihre Präventionsangebote vor.

In den Räumen der Sekundarschule Arnsberg trafen sich ca. 15 Lehrerund Lehrerinnen von Mitgliedsschulen des BuG aus dem gesamten HSK, um sich über Fortbildungsangebote im Bereich der Gesundheitsförderung auszutauschen und zu informieren. Dazu waren die Mitarbeiterinnen der Beratungsstelle Lena Baader und Karola Enners als Referentinnen eingeladen und gaben einen Überblick über die Inhalte und Konzepte der Prävention von Gewalt mit verschiedenen Selbstbehauptungselementen sowie die Präventionsangebote zum Thema Essstörungen. Die Spannbreite der anwesenden BuG-Schulen reichte von Grundschulen über weiterführende Schulen bis hin zu den Berufskollegs.

Filmvorführung zum Internationalen Frauentag

 

In Kooperation mit dem Frauenbildungsnetzwerk und dem Cineplex-Residenz Kino Arnsberg zeigten wir anlässlich des Internationalen Frauentag am 08.März 2018 den Film "Die Göttliche Ordnung".

 

Mehr als 100 Frauen kamen zum Sektempfang und zur anschließenden Vorführung des Films, welcher ein wichtiges Thema mit einer kleinen Portion Witz aufgreift und die Geschichte von Nora erzählt.

 

Nora ist eine junge Hausfrau und Mutter, die mit Mann und Kindern im beschaulichen Appenzell in der Schweiz lebt. Die Dorf- und Familienordnung gerät ins Wanken, als Nora beginnt, sich für das Frauenwahlrecht einzusetzen, über dessen Einführung Männer abstimmen sollen. 

Von Noras politischen Ambitionen werden auch andere Frauen angesteckt, die letztlich nicht nur für ihre gesellschaftliche Gleichberechtigung, sondern auch gegen eine verstaubte Sexualmoral kämpfen.

 

 

 

 

 

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"One billion rising"

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Weltweit versammelten sich am 14.02. Frauen, um gemeinsam gegen Gewalt zu tanzen.

2013 kam die Idee auf, eine Milliarde Frauen auf die Straße zu holen, damit sie gemeinsam demonstrieren und auf die Tagtäglich erlebte Gewalt an Frauen und Mädchen aufmerksam zu machen.

Auf der ganzen Welt ist etwa jede dritte Frau von Gewalt betroffen. Sie werden geschlagen, misshandelt, vergewaltigt und gedemütigt.

Das sind weltweit eine Milliarde Frauen.

Auch dieses Jahr sind wir, das Team des Frauenhauses am Valentinstag aufgestanden, um uns an der weltweiten Aktion „One billion rising“ anzuschließen. Wir tanzten gemeinsam mit den Kolleginnen des Frauenhauses Dortmund und vielen weiteren Frauen und Männern zum Song „Break the Chain“ („Sprengt die Ketten“), um auf die Gewalt gegen Frauen aufmerksam zu machen.

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30 Jahre Frauenhaus Arnsberg

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Ansprache des Regierungspräsidenten Herrn Hans-Josef Vogel:

Ansprache Regierungspräsident H.-J. Vogel - 30 Jahre Frauenhaus Arnsberg.pdf

 

Jahresrückblick:

Jahresrückblick - 30 Jahre Frauenhaus Arnsberg.pdf

 

 

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30 Jahre ist es nun her, dass das erste und einzige Frauenhaus im Hochsauerlandkreis eröffnet wurde. Seit dem 01. Dezember 1987 können von Gewalt betroffene Frauen somit auch in Arnsberg einen Frauenhausplatz finden.

Wir blicken auf unser 30. jähriges Jubiläum mit einem weinenden als auch einem lachenden Auge. Mit einem weinenden Auge deshalb, weil Gewalt gegen Frauen nicht weniger geworden ist. Eher im Gegenteil. Die Frauenhäuser in NRW sind aktuell oft voll ausgelastet. Für Frauen und Kinder, die von Gewalt betroffen sind, wird es immer schwieriger einen Platz zu finden. Gewalt gegen Frauen findet noch immer in allen gesellschaftlichen und sozialen Schichten statt, da die herrschenden Strukturen, nach wie vor, männlich dominiert und definiert sind.

Trotz dessen haben wir das 30.- jährige Bestehen des Arnsberger Frauenhauses, am 05. Dezember 2017 in der Arnsberger Kulturschmiede gefeiert. Die Arbeit ist noch immer von großer Bedeutung und wir sind stolz darauf, dass sich das Frauenhaus seit so langer Zeit halten konnte. Mit Sektempfang und netten Begrüßungsworten startete das abendliche Programm. Daraufhin folgte der Kurzfilm „Frauenhaus Arnsberg“, den wir mit Hilfe von Herrn S. Nejadnourifar kreiert haben. Weiter im Programm folgten mit netten Grußworten die stellvertretende Bürgermeisterin Frau R. Goldner, die stellvertretende Landrätin Frau U. Beckmann und mit einer bewegenden Ansprache der Regierungspräsident Herr H.-J. Vogel. Der Abschluss des Abends erfolgte durch Senay Duzcu. Sie ist die erste weibliche türkische Stand-up Comedian in Deutschland und hat die Kulturunterschiede aus Sicht einer türkischen Frau auf zweideutige witzige Art und Weise präsentiert. Mit dankenden Worten und Fingerfood ließen wir den Abend ausklingen.

Vielen Dank an alle Gäste die unserer Einladung gefolgt und so zahlreich erschienen sind. Weiter danken wir allen Unterstützerinnen und Unterstützern: dem Landschaftsverband Westfalen-Lippe, der Stadt Arnsberg, dem Hochsauerlandkreis, allen Unternehmen & Organisationen, sowie jeder Einzelperson, die uns mithilfe von Zuwendung und Spenden ermöglichen den Frauen und Kindern gute Arbeit leisten zu können.

Ebenso ein großes Dankeschön an die Vorstandsfrauen, die durch ihr ehrenamtliches Engagement das Bestehen des Frauenhauses sichern.

Wir wünschen allen schöne Weihnachtsfeiertage und einen guten Rutsch in das Jahr 2018.

 

Der Präventionsworkshop "Sicher und selbstbestimmt" in der Caritas Werkstatt Arnsberg

Mit viel Spaß konnten acht Teilnehmerinnen im November und Dezember insgesamt fünf Mal viele Übungen zum Thema Selbstbehauptung ausprobieren. 

Die Grundlage jeder Sicherheit und Selbstbestimmung liegt in dem Wahrnehmen der eigenen Gefühle und dem Vertrauen auf das Bauchgefühl. Diese Schatzkiste, die eigenen Stärken, nutzten die Teilnehmerinnen für ein sicheres und starkes Auftreten. Mit Mimik, Blick, Stimme und Körperhaltung wurden Alltagssituationen in Rollenspielen nachgestellt. Dabei ging es um Fragen wie z.B.

  • wie schütze ich mich unterwegs im Dunkeln?
  • was kann ich tun wenn ich angerempelt werde?
  • wie kann ich reagieren, wenn es im Dunkeln unterwegs zu gefährlichen Situationen kommt?
  • wie sage ich "Nein" und setze mein "Nein" auch durch?
  • wie kann ich mich und meine Rechte in der Partnerschaft oder in der Familie durchsetzen?

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Bauchgefühl für Berufskollegs – Kampagne der bkk zum Thema Essstörungen für den gesamten Regierungsbezirk Arnsberg

Die Frauenberatung Arnsberg stellt ihre Präventions- und Beratungsarbeit vor

Die Auftaktveranstaltung am 16.10.2017 im Elisabeth-Lüders-Kolleg in Hamm war gefüllt mit verschiedenen Beiträgen und beleuchtete das Thema Essstörungen aus mehreren Blickwinkeln: dem der Betroffenen, der Klinik und Forschung, der Praxis und aus Sicht der sportlichen Patin Alina Focken sowie der BKK. Die gesamte Initiative umfasst eine Homepage für Eltern, Betroffene und Schulen sowie eine Online Beratungsmöglichkeit. Unter folgendem Link gelangen Sie direkt zur Initiative: bkk-bauchgefuehl.de

Ziel der Veranstaltung war es, BerufsschullehrerInnen für dieses Thema zu sensibilisieren und zu motivieren. Mithilfe einer weiteren Fortbildung und vielen Unterrichtsmaterialien (CD und Arbeitsblätter) ist das schwierige Thema mit den SchülerInnen besser besprechbar und kann präventiv wirken.

Die Lesung von Jana Crämer „Das Mädchen aus der 1. Reihe“ mit der musikalischen Begleitung ihres besten Freundes Batomae, der speziell für sie mehrere Songs geschrieben hatte, nahm die Anwesenden sofort gefangen. Darin gab sie sehr berührende und persönliche Einblicke in ihre Gefühle und ihr eigenes Leben mit der Essstörung.

Die anschließende Podiumsdiskussion behandelte das Thema „Essen: (k)ein Problem“ aus der Sicht der Fachleute und Betroffenen. Eingeladen waren hierzu Maja Schrader, Team Gesundheit, Univ. Prof. Dr. med. Stephan Herpertz, Jana Crämer und Karola Enners von der Frauenberatung Arnsberg.

Unsere Erfahrungen aus der Präventions- und Beratungsarbeit mit essgestörten Mädchen und Frauen, insbesondere mit den Erkrankungen Bulimie, Anorexie und Binge-eating waren angefragt. Die Gefühle, die Betroffene von Essstörungen immer wieder ansprechen, wie das Selbstwertgefühl, das Füllen einer inneren Leere oder der selbstzerstörerische Umgang mit Konflikten wurde genauer erklärt . 

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Die Arbeit mit essgestörten Mädchen und jungen Frauen ist seit ihrem Bestehen eine Kernaufgabe der Frauenberatung.

Das Interview mit der Patin Aline Focken, Ringerin und Olympia- Teilnehmerin sowie einem Überblick über die Inhalte der Initiative „bauchgefühl für Berufsschulen“ rundeten die Veranstaltung ab.

34 LehrerInnen aus dem Regierungsbezirk Arnsberg kamen zu der Auftaktveranstaltung. Die meisten werden die Schulung mitmachen, um das Thema Essstörungen an ihren Schulen einzubringen.

 

 

 

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Mit (Selbst-) Sicherheit geht's weiter...

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Erlebnisse, die Angst machen, peinlich oder bedrohlich sind, verbreiten ein unangenehmes Gefühl und Unsicherheit. Sich selbst in diesen Situationen zu behaupten, eigene Grenzen zu setzen und selbstsicher aufzutreten fällt im Alltag oft schwer.

Es gibt viele unterschiedliche Ideen, wie man ein Nein zeigen oder sagen kann. Man muss nicht besonders groß, starkt oder mutig sein. Sich wehren und selbst behaupten zu können, hat auch nichts mit Kampfsport zu tun.

Sechs Mädchen nutzten am 15. und 22.September mit viel Engagement und Spaß die Gelegenheit zu üben, wie sie in schwierigen Situationen auf ihre Gefühle achten und sich mit Hilfe ihres Willens, Körpers und ihrer Stimme selbst  behaupten können. 

In Selbsterfahrungsübungen lernten sie die Wirkung ihrer Körpersprache kennen und übten eine selbstbewusste Körperhaltung ein. Mit Hilfe von Bewegungsübungen bekamen sie ein Gespür für ihre eigenen Grenzen und probierten Möglichkeiten aus, wie sie die eigene Grenze anderen vermitteln und diese besser verteidigen können.

Um Gefahren vorzubeugen überlegten sie Handlungsschritte, um sich selbst zu schützen, aber auch, wie sie bei einer Gefahr am besten reagieren können, was Notwehrhandlungen sind und wie das Hilfesuchen gelingen kann.

 

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Anonyme Spurensicherung braucht Öffentlichkeit

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Mehr als 40 Fachleute aus Schulen, Beratungsstellen, ambulanten Betreuungseinrichtungen, Familienhilfe, Behindertenhilfe, Jugendamt, Opferhilfe und Polizei informierten sich am 21. Juni 2017 auf einer Fortbildung im Bürgerzentrum Bahnhof darüber, wie sie Frauen nach sexueller Gewalterfahrung noch besser unterstützen können.

Dr. Peters, Chefarzt der gynäkologischen Abteilung im Klinikum Arnsberg, betonte in seinem Vortrag, dass ein sensibler Umgang mit den Patienten das oberste Gebot sei und selbstverständlich die ärztliche Schweigepflicht gelte. Darüber hinaus beschrieb er das Vorgehen der anonymen Spurensicherung aus medizinischer Sicht und dessen enorme Bedeutung für eine potenzielle Strafanzeige.

Aus juristischer Sicht erläuterte Oberstaatsanwältin Susanne Ruland, die Wichtigkeit von medizinisch gut dokumentierten Verletzungen nach einer sexuellen Nötigung oder Vergewaltigung. Deutlich beschrieb Frau Ruland zudem, wie belastend ein Strafverfahren für die Opfer sei, und dass Fachleute dies in Beratungen deutlich machen sollten.

Abschließend stellte Dipl.-Päd. Uschi Plenge von der Frauenberatung Arnsberg die Hürden aus Sicht der Betroffenen, sich an Krankenhäuser, Polizei oder Beratungsstellen zu wenden, dar.

Die Fortbildung war ein großer Erfolg für die Verbreitung der Information über die anonyme Spurensicherung in alle Einrichtungen, um die Chance für Opfer von sexueller Gewalt bekannter zu machen.

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